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Tarot Schule: Der Gehängte – XII

Der Gehängte im Tarot, der kopfüber an seinem rechten Bein aufgehängt wurde, erträgt mit Geduld sein Schicksal und fügt sich diesem. Er nimmt freiwillig das Opfer auf sich, wodurch er mehr gewinnt als das er verliert!

Laut Überlieferungen hat diese Tarot Karte etwas mit dem Opfer zu tun. Diese Tarotkarte wird unter anderem mit der Kreuzigung von Jesus in Zusammenhang gebracht. Das Opfer bzw. die Opferung ist eine Tat, welche zum einen bedeutet, dass wir Menschen ein Ding, was für uns von großer Wichtigkeit und Bedeutung ist, verlieren, oder wir auf etwas verzichten müssen. Zum anderen kann es des Öfteren dazu kommen, dass wir widerrum für ein Opfer etwas erhalten, was mitunter für uns mehr wert ist, als das, was wir verlieren oder bereits schon verloren haben.

Die Gestalt des Gehängten im Tarot hat nur ein Bein in der Schlinge und scheint sich in dieser Situation auf sonderbare Art und Weise wohlzufühlen. Die Hand bleibt vor uns versteckt, was gleichermaßen eine symbolische Bedeutung hat. Dies deutet darauf hin, dass dieser Mensch, der Gehängte, sich für eine Weile geschlagen geben muss bzw. gibt und auf das Recht, über sich selbst zu bestimmen, aus dem Grunde verzichtet, noch mehr zu gewinnen. Der Gehängte hängt mit dem Kopf nach unten, wobei die komplette Körperhaltung verrät, dass deren Wurzeln bereits im Jenseits sind, das Leben aber mit dem Diesseits verbunden ist. Also eine Art Spaltung im Hier-und-Jetzt sowie dem Jenseits.

Die Beinhaltung des Gehängten im Tarot nimmt die Gestalt der Zahl 4 an. Diese ist, wie sicher bekannt, auch die Zahl des Herrschers. Die beiden Tarot Karten stehen in ständiger Verbindung. Da die Zahl 4 die Zahl der Stabilität, der materiellen Güter und der materiellen Welt ist, da der Herrscher vorrangig das Sehen versinnbildlicht, können wir daraus intepretieren, dass der Gehängte im Tarot die Welt auf eine andere Art sieht, und die Welt aus einer „umgekehrten” Perspektive” betrachtet.

Zusammengefasst kann man behaupten, dass es sich bei der Tarot Karte des Gehängten um ein freiwilliges Opfer, aber auch gleichzeitig um den Erwerb einer Sache handelt, die für uns einen besonderen, höheren Wert darstellt. Die Tarotkarte des Gehängten macht uns darauf aufmerksam, dass wir reif für Entscheidungen sind, fähig sind, Entscheidungen zu treffen, und an einem Scheideweg angelangt sind. Wir müssen uns entscheiden, was für uns tatsächlich wichtig ist und wofür es sich lohnt, ein Opfer zu bringen. Unsere Entscheidung kann ein Meilenstein in unserem Lebensweg bzw. in einer bestimmten Lebens-Situation sein. Wir brauchen einen starken Willen, um einen Entschluss, also eine Entscheidung, zu fassen und uns vorzunehmen, ein Opfer zu bringen, koste es was es wolle. Diese Karte im Tarot kann aber auch bedeuten, dass uns die angehenden Veränderungen und Vorhaben noch mehr verunsichern. Und wenn sich dieses lange hinzieht, in Ängsten und Phobien enden kann.

Der Gehängte ist also im Tarot der Überbringer von Veränderungen, auf die wir uns vorbereiten sowie einstellen sollten. Veränderungen bringen uns immer wieder in Schwung und Bewegung, wobei wir in jeden Fall immer ein Opfer bringen müssen, um die Dinge in positive Bahnen zu lenken und die für uns richtigen Ergebnisse empfangen können.

 

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